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Grüne Beute

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Grüne Beute – der große Raub an der biologischen Vielfalt

erstellt von dieter zuletzt verändert: 18.01.2006 01:28

Azad Diracht – zu deutsch „freier Baum“ – ist der persische Name für den indischen Neembaum, dessen heilkräftige Blätter und Zweige, Früchte und Samen seit Jahrhunderten vielfach genutzt werden. Seine desinfi zierende und entzündungshemmende Wirkung und die Ein setzbarkeit des Öls zur Ungezieferbekämpfung oder als Lampenöl werden von Millionen Menschen geschätzt. Der Neembaum gilt als heiliger Baum und spielt eine wichtige Rolle in der indischen Kultur. Die Bezeichnung „freier Baum“ bekam 2005 eine neue Bedeutung. Die Freiheit des Baumes war in Frage gestellt worden, als 1994 bekannt wurde, dass eine Firma aus den USA ein Patent auf die Nutzung der Neemsamen erhalten hatte. Nach dem Beschluss der Patentämter in Europa und den USA hätte dort nur noch die Firma Grace das Recht haben sollen, das Öl der Samen gewerblich zu verwenden und die Produkte daraus, insbesondere ein Pfl an zenschutzmittel, zu verkaufen.

Wütend machten sich die InderInnen an den Widerstand und fanden Unterstützung in Europa. Die international bekannte indische Wissenschaftlerin Vandana Shiva und die von ihr gegründete Organisation Research Foundation for Science, Technology and Ecology, sowie die International Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM) und andere erhoben Einspruch gegen das Patent. Im Jahr 2000 entschied das Europäische Patentamt gegen die Patentinhaberin. Diese legte Widerspruch ein, der erst im Frühjahr 2005 endgültig abgelehnt wurde. Die Kampagne „free the tree“ hatte einen wichtigen Erfolg errungen.

Der Neembaum ist kein Einzelfall. Ähnliche Fälle gibt es weltweit. Menschen und Organisationen, die in solchen Fällen mit Informationen und Protest an die Öffentlichkeit gehen, sprechen von Biopiraterie. Mit diesem Begriff soll derartiges Handeln als eine Art Raub gekennzeichnet und auf die Systematik hinter den verschiedenen Fällen hin ge wiesen werden.