Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation

Grüne Beute

Sektionen

Wegweiser durch den Dschungel der Biopiraterie-Problematik

erstellt von dieter zuletzt verändert: 18.01.2006 01:28

Im Folgenden wird zunächst ein Überblick über Formen der Biopiraterie vermittelt: Wie kommen Unternehmen und Forschungseinrichtungen an die Pfl anzen und das Wissen des globalen Südens? Welche „natürlichen Ressourcen“ stehen im Mittelpunkt ihres Interesses? (Kapitel 1). Kapitel 2 nimmt die Akteure genauer unter die Lupe: Wer sind die größten Biopiraten? Wer forscht und entwickelt Produkte auf der Basis von biologischer Vielfalt? Diese Akteure haben einen bestimmten Blick auf Natur: die biologische Vielfalt interessiert sie vor allem im Hinblick auf ihre Verwertbarkeit. Um diese Verwertbarkeit abzusichern, bedarf es eines entsprechenden und möglichst einheitlichen rechtlichen Rahmens. In Kapitel 3 wird ein Überblick über den Dschungel internationaler Abkommen im Bereich geistiger Eigentumsrechte gegeben. Zwei besonderen Entwicklungen ist Kapitel 4 gewidmet: den Nachbaugebühren in Deutschland und der Biopatent-Richlinie der Europäischen Union. Beide Beispiele zeigen, dass Konfl ikte um Biopiraterie und geistige Eigentumsrechte auch innerhalb der Industrieländer eine Rolle spielen. Die Perspektiven des globalen Südens werden anschließend in Kapitel 5 beleuchtet. Ganz anders als die Biopiraten bewerten zum Beispiel indigene Gemeinschaften in den Ländern des globalen Südens den Kampf um das „grüne Gold der Gene“. Sie sehen ihre Lebensgrundlagen und ihr Wissen über die Nutzung der biologischen Vielfalt in Gefahr. Kapitel 6 fragt nach den Auswirkungen von Biopiraterie auf Frauen und nach Positionen von Frauenbewegungen.

Kapitel 7 erzählt von Protesten und Widerstand gegen Biopiraterie weltweit und fordert zur eigenen Einmischung auf. Da inzwischen in etlichen Ländern Alternativen zu strengen geistigen Eigentumsrechten ausprobiert werden, fi ndet sich in Kapitel 8 ein kurzer Überblick über interessante Ansätze und die Kritik daran. Ein Ausblick in Kapitel 9 und der Hinweis auf nützliche weitere Informationsquellen runden das Buch ab.

Das Buch lässt sich konzentriert von vorne bis hinten durchlesen. Es lädt aber auch dazu ein, quer zu blättern und bestimmte Kapitel oder Fallbeispiele einzeln zu betrachten. Wer gezielt bestimmte Berichte und Begriffe sucht, fi ndet Hilfe im Stichwortverzeichnis.

Das vorliegende Buch ist ein Gemeinschaftswerk von Menschen, die in der BUKO Kampagne gegen Biopiraterie aktiv sind. Insofern ist es Ergebnis von vielen Vorträgen und Diskussionen, die wir in den letzten Jahren gehalten und geführt und von Aktionen, die wir selbst durchgeführt haben. Wir wollen aus kritischer Perspektive in allgemeinverständlicher Form ein Grundwissen zum Thema Biopiraterie vermitteln und dazu auffordern, selbst aktiv zu werden.

Wir wünschen spannende Lesestunden sowie interessante Denk- und Hand lungsanstöße und freuen uns über Rückmeldungen!