Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation

Grüne Beute

Sektionen

UPOV im Aufwind

erstellt von dieter zuletzt verändert: 18.01.2006 01:28

Die Industrieländer versuchen, das UPOV-Abkommen in seiner Version von 1991 als einzig akzeptiertes Sui-Generis-System im Sinne des TRIPS-Abkommens durchzusetzen (siehe Kapitel 3). Immer mehr Länder sehen sich dazu gedrängt, ebenfalls die UPOV-Konvention zu unterzeichnen. Besonders dramatisch sind die Auswirkungen von UPOV für die kleinbäuerliche Subsistenzlandwirtschaft in Ländern, in denen der Saatgutbereich bisher noch nicht bzw. kaum kommerzialisiert worden ist. Weltweit sind ca. 1,4 Mrd. Menschen auf den freien Tausch von Saatgut angewiesen; für sie ist eine hohe Vielfalt an Pflanzen und lokal angepassten Sorten wichtig, um auch in den kommenden Jahren ausreichende Erträge zur Versorgung der lokalen Bevölkerung zu produzieren. Bäuerinnen und Bauern werden durch international ausgehandelte Verträge ihres wichtigsten Produktionsmittels beraubt. Ihre traditionellen Rechte Saat gut zu tauschen, wiederauszusäen und weiter zu züchten werden ihnen genommen. Die landwirtschaftliche Herstellung von Lebensmitteln wird damit zunehmend marktwirtschaftlichen Mechanismen überlassen. Diese Biopiraterie gefährdet die Sicherung und Selbstbestimmtheit der lokalen Nahrungsmittelproduktion.