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Grüne Beute

Sektionen

Gegen den Biokolonialismus: Stimmen aus dem Süden

erstellt von dieter zuletzt verändert: 18.01.2006 00:28

„Wir haben über Generationen unter Diskriminierung, Ausbeutung und Marginalisierung gelitten. Jetzt haben die Versuche, unser Wissen zu kommerzialisieren, die Ausbeutung unserer Völker an ihre äußerste Grenze getrieben. Das ständige Beharren darauf, dass wir unser Wissen und unsere Ressourcen vermarkten sollen, muss aufhören. Unsere Völker und unsere Gemeinschaften können nicht gezwungen werden, ihr Wissen und ihre Ressourcen mit anderen zu teilen. Unsere Waffe wird das Schweigen sein.“

International Indigenous Forum on Biodiversity (IIFB) zu den „Bonn Guidelines“[116]

Es wirkt schon paradox: In Zeiten der Hochtechnisierung, der Verdichtung von Raum und Zeit, der Beschleunigung des alltäglichen Lebens wird traditionelles Wissen wieder bedeutsam, finden Wissen und Praktiken marginalisierter Bevölkerungsgruppen die Beachtung transnationaler Konzerne und Universitäten. Auf der Suche nach neuen verwertbaren, profitablen Substanzen und Wissen stieg das Interesse Dritter an der Nutzbarmachung indigenen Wissens. Die Positionen der Indigenen selbst werden jedoch häufig nicht gehört. Kontrolle und Schutz des Wissens, Erhalt der eigenständigen Traditionen und Kultur, Vorteilsausgleich und informierte Zustimmung, aber auch Selbstbestimmung und Landrechte sowie Konflikte mit den nationalstaatlichen Regierungen sind zentrale Punkte der Diskussion. Dieses Kapitel versucht, die Perspektiven der Staaten des Südens und die davon abweichenden der indigenen Völker zu skizzieren.

[116] www.infoe.de/home/Biodiversit%E4t/Entt%E4uschung+%FCber+Bonner+Tagung/